| Veranstaltung: | BUNDjugend Bayern JVV Frühjahr 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 12. Konzept "Übergänge neu Denken" |
| Antragsteller*in: | Landesvorstand |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 01.03.2026, 10:28 |
K1: Übergänge neu denken im BUNDjugend Bayern Kinder- bis Jugendbereich
Antragstext
1. Ist-Zustand: Warum Müpfe neu denken?
Bei der BUNDjugend Bayern sind Kinder und Teenager bis ca. 15 Jahren in Kinder- und Müpfe-Gruppen aktiv und nehmen an Wochenend-Veranstaltungen und Ferien-Camps teil. Jugendlichen ab ca. 16 Jahren engagieren sich vereinzelt in Jugendgruppen aber vor allem bei zahlreichen, bayernweiten Jugendveranstaltungen, den Jugendvollversammlungen, Arbeitskreisen, Projektgruppen und im Landesvorstand. Die Übergänge im Verband zwischen Kinder-Teenagern-Jugendlichen sind oft herausfordernd und besonders die Altersgruppe zwischen 11-15 Jahren hört dabei häufig auf in Gruppen oder im Verband aktiv zu sein. Gründe hierfür sind unter anderem:
keine Müpfe- oder Jugendgruppe vor Ort, aber Kindergruppe nicht mehr cool bzw. andere Angebote spannender
Zeitfaktor: die Anforderungen der weiterführenden Schule erschwert die Teilnahme an Gruppenstunden
wenige Leitungen, die sich Teenager „zutrauen“
jüngere Teenager sind oft noch nicht so unabhängig mobil, um alleine zu Jugendveranstaltungen zu fahren
kein Kontakt der Teenager zu jugendlichen Aktiven (Vorbilder) um dabei zu bleiben (wie es z. B. bei den Pfadfindern oder in Sportvereinen funktioniert)
die Bezeichnung Mupf/Müpfe ist für Externe nicht verständlich und wird oft als unattraktiv wahrgenommen (nicht zwingend ein Grund, warum Jugendliche aufhören, aber eine Hürde, neue Jugendliche anzuwerben)
Die Projektgruppe PG Mupf hat bereits 2022 die Situation der „Müpfe“ ausführlich analysiert und Handlungsoptionen vorgeschlagen. Von diesen wurden einige bereits umgesetzt. Dennoch ist die Erfahrung in der Praxis, dass das Müpfe-Alter und der Müpfe-Begriff eine Herausforderung bleiben. Aus diesem Grund wollen wir mit diesem Konzept aufbauend auf die PG Mupf die Übergänge zwischen dem Ki-Mü-Ju-Bereich nochmal genau unter die Lupe nehmen und weitere Handlungsansätze ableiten.
Struktur des Konzepts
Ziele (Das wollen wir erreichen)
Wir wollen mehr Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren für den Verband gewinnen und sie durch passende Strukturen, gezielte Kommunikation und Aktivitäten begleiten.
Wir halten mehr Menschen in der BUNDjugend Bayern über das Kindesalter hinaus. Kinder wachsen in BUNDjugend-Strukturen Schritt für Schritt zu Teenagern heran, in denen sie mit Unterstützung für Jüngere Verantwortung übernehmen und später Teamer*in werden können.
- Ergebnisse (So soll es sein) → Strategien sind dahinter als Nr. gekennzeichnen
Mehr Menschen im Alter von 14-16 Jahren kommen zu Jugendveranstaltungen auf Landesebene und werden ab 16 zu jungen Aktiven. (1. / 3. / 4.)
Mehr Teenager sind in BUNDjugend-Strukturen (z. B. Gruppen) aktiv. (2. / 5.)
Auf der Website findet man Veranstaltungen schneller für ein bestimmtes Alter. (1.)
Es ist kein Erklärungsbedarf für die Bezeichnung der Altersgruppe „Teenager“ nötig. (1.)
Es gibt mehr Austausch zwischen Gruppenleiter*innen und Aktiven, wodurch Aktive in Gruppen aktiv werden und diese die Gruppe für Teenager attraktiver machen und als Vorbilder erscheinen. (6.)
Gruppenleitungen haben ein Gefühl und ein Wissen für die Möglichkeiten ihrer Gruppen-Kids, wenn diese älter werden und können die BUNDjugend Aktivitäten für älter werdende Kids und Teenager bewerben, da sie sie kennen und davon begeistert sind. (7.)
- Strategien (haben wir in der Hand)
- Einfache, attraktive und niederschwellige Werbung und Kommunikation
Namen „Mupf“ abschaffen und durch „Teenager“ ersetzen
Bei den Terminen auf der Homepage lässt einen Filter für die Altersgruppe „Teenager“ erstellen (aktuell sind auch Veranstaltungen für Gruppenleitungen dabei)
Bonus-Karte für Teenager-Veranstaltungen
Gruppenstrukturen öffnen: Wir handhaben die Altersgrenzen als Orientierung und setzen keine starren Grenzen. Wir kommunizieren, dass Gruppenleitungen/KG/OG nach eigenem Ermessen Altersgrenzen für die Gruppen festlegen können
Veranstaltungsangebot für Teenager auf Landesebene regelmäßig hinsichtlich Relevanz und Attraktivität hinterfragen
Altersgrenzen bei Veranstaltungen: Wir hinterfragen Altersgrenzen bei landesweiten Veranstaltungen und öffnen diese, wo es sinnvoll ist. Dadurch bieten wir mehr altersübergreifende Veranstaltungen auf Landesebene an.
Landesweite AKs können für Teenager ab 15 geöffnet werden.
Förderung der Vernetzung zwischen Aktiven und Gruppenleitungen und Förderung der Beteiligung von Aktiven in den Gruppen vor Ort
Übergänge und Teenager-Alter auch bei Gruppenleiter*innen-Ausbildung stärker thematisieren
- Einfache, attraktive und niederschwellige Werbung und Kommunikation
Ausführung der Strategien
Einfache, attraktive und niederschwellige Werbung und Kommunikation
Namen „Mupf“ abschaffen und durch „Teenager“ ersetzen
Der Begriff „Müpfe“ (12-15-jährige) kommt von „aufmüpfig“ sein. Der Begriff bringt viel Erklärungsbedarf mit sich, da Menschen, die die BUNDjugend Bayern noch nicht kennen, nicht wissen, was damit gemeint sein soll. Teenager finden den Begriff „Müpfe“ oftmals uncool. Manche identifizieren sich aber damit.
Der Vorteil dieses Begriffs ist es, dass wir damit die Altersgruppe zwischen 12-15 Jahren genau ansprechen können, sie sind keine Kinder mehr, aber auch noch keine unabhängigen Jugendlichen. Herausforderung ist es eine klare Begrifflichkeit für jede Altersgruppe zu haben, ohne dabei nur intern verständliche Begriffe zu verwenden.
Durch die Abschaffung des Begriffs „Müpfe“ wird die Kommunikation nach außen klarer und zugänglicher.
Auf Landesebene sprechen wir zukünftig die Zielgruppe 12-15 mit „Teenagern“ an. Gleichzeitig dürfen sich Gruppen so bezeichnen, wie sie wollen, sie können sich auch weiterhin als Müpfe-Gruppen (oder auch Jugend-Gruppe) bezeichnen. In der Datenbank werden sie unabhängig von ihrem Namen als Teenager-Gruppe geführt.
Die Namensänderung muss frühzeitig und transparent (z. B. kein Zwang den Begriff „Mupf“ aufzugeben) kommuniziert werden.
Bei den Terminen auf der Homepage einen Filter für die Altersgruppe „Teenager“ erstellen
Aktuell erscheinen beim Filter „Müpfe“ sowohl Teenager-Veranstaltungen als auch Veranstaltungen für Gruppenleitungen. Das ist verwirrend und nicht niederschwellig, um Teenager einen einfachen Zugang zu Veranstaltungen, die für sie geeignet sind, zu ermöglichen. Das gilt es zu überarbeiten.
Bonuscard für Teenager-Veranstaltungen
Mit der Bonuscard für Teenager-Veranstaltungen wird ab 2026 ein Anreiz geschaffen für Teilnehmende an mehr als einer Veranstaltung teilzunehmen und so andere Teenager wieder zu treffen (Vernetzung). Eine graphisch gestaltete „Stempelkarte“ und ein attraktives Präsent bei Besuch von mindestens zwei Veranstaltungen sind Teil des Konzepts.
Gruppenstruktur öffnen
Wir handhaben die Altersgrenzen als Orientierung und setzen keine starren Grenzen. Wir kommunizieren, dass Gruppenleitungen/KG/OG nach eigenem Ermessen Altersgrenzen festlegen können, je nachdem, was zu ihnen passt. Peers definieren sich durch gemeinsame Interessen, die nicht zwingend an das Alter gekoppelt sein müssen, es häufig aber sind. Altersübergreifendes Lernen voneinander bringt viele Vorteile mit sich.
Diesen Ansatz müssen wir gleichzeitig gut begleiten - besonders für neue Gruppenleitung unter Berücksichtigung von
was trauen sie sich zu, wo finden sie passende Materialien
gewählte Methoden müssen zur Zielgruppe passen
altersgemäßes Präventionskonzept, Aufsichtspflicht und Jugendschutz, Minderjährige brauchen eine EV
Der bisherige zweimalige Übergang ist pädagogisch und organisatorisch herausfordernd und wir können dies durch eine Öffnung der Gruppenstruktur teilweise entschärfen. Gruppen können konstant bleiben, d.h. die >12-Jährigen „müssen“ nicht gehen. Aus Teilnehmenden werden teilweise Teilnehmende PLUS, die – wenn sie es wollen - bereits Aufgaben übernehmen und jüngere anleiten können. Dies bedeutet auch eine Hinführung zum Teamen. Es gilt gleichzeitig im Blick zu haben, dass die älteren Teilnehmenden die Gruppe nicht „uncool“ finden, weil zu viele Jüngere da sind. In diesem Fall können sie ggf. doch eine neue Gruppe für die Jüngeren gründen.
Veranstaltungsangebot für Teenager auf Landesebene regelmäßig hinsichtlich Relevanz und Attraktivität hinterfragen
Wir wollen Teenager mit attraktiven Veranstaltungen in den Verbandsstrukturen halten. Dafür gilt es aktuelle Angebote regelmäßig in Rahmen der Jahresplanung zu evaluieren und hinsichtlich Relevanz und Attraktivität zu hinterfragen. Hier sollten wir auch Feedback von Teilnehmenden und Ideen unserer jungen Aktiven mitberücksichtigen.
Altersgrenzen bei Veranstaltungen
Wir hinterfragen Altersgrenzen bei landesweiten Veranstaltungen und öffnen diese, wo es sinnvoll ist. Dadurch bieten wir mehr altersübergreifende Veranstaltungen auf Landesebene an. Mit dieser Öffnung der Altersgrenzen bei Veranstaltungen können wir die Verzahnung von Kindern/Jugendlichen fördern.
Die jeweiligen Teams analysieren welche Altersgruppe zu ihrer Veranstaltung passt und formulieren klare Zielgruppen für die Ausschreibungen der Veranstaltung.
Für eine übersichtliche Darstellung werden bei Veranstaltungen Zahlen als Altersempfehlungen genutzt.
Für die Veranstaltungsteams ist zu bedenken, dass die Attraktivität von Veranstaltungen von der Altersausschreibung abhängig sein kann. Es ist gut vorstellbar, dass sich Menschen nicht anmelden, weil sie denken, dass ihnen da zu junge/alte Menschen mitkommen.
Landesweite AKs ab Teenager-Alter
Themenbezogene Arbeitskreise (z. B. Biodiversität, Film & Foto), die für junge Aktive ab Teenager-Alter aus ganz Bayern offen sind, können ihren AK für Teenager ab 15 öffnen, um damit parallel zu den lokalen Gruppenstrukturen eine landesweite Vernetzung zu schaffen.
Jeder AK überlegt selbst, wie umsetzbar es ist, die Altersgrenze nach unten zu öffnen. Die Aktiven in den AKs müssen sich die Altersstufe auch pädagogisch zutrauen.
Förderung der Vernetzung zwischen Aktiven und Gruppenleitungen und Förderung der Beteiligung von Aktiven in den Gruppen vor Ort
Junge Aktive können, wenn sie möchten, in Gruppen Erfahrungen in der Jugendarbeit sammeln ohne gleich die ganze Verantwortung zu tragen. Das kann einmalig oder regelmäßig sein. Die Gruppenleitung erhält jugendliche Unterstützung mit neuen Ideen und Energie. Die Kinder können bei jugendlichen Vorbildern besonders gut anknüpfen und erhalten so erste Einblicke in die BUNDjugend Bayern.
Wir können dabei unterstützen, indem wir
gezielte Anfragen weiterleiten
Gruppen auf unserer Karte mit persönlichem Kontakt versehen
Vernetzung und Austausch zwischen Aktiven und Gruppenleitungen mit regionalen und attraktiven Veranstaltungen schaffen (z. B. Tagesseminare, Aktivenfeste, KG/OG-Vernetzung „Meet the youth“ etc.). Hier werden Kontakte geschaffen und auch vermittelt, wie junge Menschen begeistert und eingebunden werden können.
Übergänge und Teenager-Alter auch bei der Gruppenleiter*innen-Ausbildung stärker thematisieren
Während der Gruppenleiter*innen-Ausbildung und auch bei anderen Veranstaltungen (z.B. Online-Gruppenmittwoch / TeenAge) sollen folgende Themen regelmäßig und stärker kommuniziert und vermittelt werden mit konkreten Handlungsansätzen und Best Practice Beispielen: Begleitung der Übergänge, Herausforderungen des Teenager-Alters und Strategien dieses Konzepts
Begründung
Die Hauptamtlichen der drei Altersgruppenreferate, Kinder-, Müpfe-, und Jugendreferat haben ein Konzept ausgearbeitet, um die Übergänge zwischen den Altersgruppen zu stärken und unsere Gruppenstruktur zukunftsfähig aufzustellen. Dafür wollen wir als Landesvorstand und Geschäftsstelle einen Beschluss für die strategische Neuausrichtung auf der JVV erwirken und dadurch unser Hauptamt handlungsfähig aufstellen. Weil das Konzept als einheitliches Konzept geschrieben wurde, das aufeinander aufbaut, haben wir uns dagegen entschieden, Änderungsanträge zuzulassen. Es wird allerdings im Vorhinein ein Treffen stattfinden, um eure Meinungen einzuholen und zu diskutieren.
